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Gedankensplitter: Die Abwärtsspirale

Bei VW schrillen gerade mal wieder die Alarmglocken: der Absatz geht zurück. Was tun? Ganz klar: die Preise müssen runter. Also länger arbeiten für weniger Geld, noch mehr Zulieferteile aus dem Ausland usw.

Und dann ist alles gut? Wohl kaum. Was passiert, wenn die Autos von VW billiger werden? Dann steigt der Absatz, und gleichzeitig sinkt der Absatz bei Opel, denn deren Wagen stehen nun vergleichsweise teuer da. Dann schrillen bei Opel die Alarmglocken: die Preise müssen runter, also länger arbeiten für weniger Geld – wie gehabt. Was dann natürlich zur Folge hat, dass die Autos von VW wieder zu teuer sind... und das ganze Spiel geht wieder von vorne los.

Das Dumme ist nur, dass diese Abwärtsspirale am Ende niemandem etwas nützt. Der deutsche Arbeiter muss zwar immer länger für immer weniger Geld arbeiten, aber er muss trotzdem immer noch seine Miete bezahlen, seine Lebensmittel, Kleidung... und zusätzlich die ständig steigenden Kosten für die Folgen des Sozialabbaus: Rezeptgebühren, Praxisgebühren, Brillen, Zahnersatz und Beiträge für die Riesterrente. Und je weiter der Sozialabbau so geht, desto weniger Geld ist für die Neuanschaffung von Autos da, egal on VW oder Opel. Desto weniger Geld, um die Binnennachfrage anzukurbeln. Was zur Folge hat, dass auch immer weniger Geld für das Sozialsystem da ist... sparen, sparen, sparen: wir sparen uns kaputt!

Da darf man sich auch von den aktuellen Meldungen nicht täuschen lassen. "Die Deutschen sind im Kaufrausch" – na klar: angesichts der kommenden Mehrwertsteuererhöhung zieht man alle geplanten Anschaffungen vor. Umso schlimmer wird die Flaute nächstes Jahr... "Weniger Insolvenzen als bisher" – na klar: die Förderung von Ich-AGs wurde zurück geschraubt. Ich-AGs, die sowieso zu Scheitern verurteilt waren, weil sie nur mit Hilfe von ruinösen Dumpingpreisen ein Stückchen vom längst verteilten Kuchen abschneiden konnten. "Immer mehr Privat-Insolvenzen"das ist die Realität!

Und da soll man angesichts dieser Abwärtsspirale noch optimistisch in die Zukunft schauen? Nein, wir sparen uns kaputt. Ich möchte unsere Politiker nur mal eins fragen: Wer soll denn noch unsere Volkswagen und Opels kaufen, wenn wir uns noch nicht einmal mehr Ladas leisten können?